Coronavirus im CVN

  • 17.03.2020

Aufgrund des zurzeit umgehenden Coronavirus SARS-CoV-2 ist selbstverständlich auch in dem, von uns betreuten, Clinical Virology Network viel los. Der diesmonatige Newsletter wurde mit dem folgenden Text von Herrn Dr. Kaiser von der Virologie der Uni Köln an die Teilnehmer des Netzwerkes versendet:

Liebe Mitglieder unseres Netzwerks, liebe Kämpfer an der Coronavirus-Front,

üblicherweise bin ich kein Freund der Militärsprache, aber ich denke wir befinden uns hier wirklich in einem Kampf. Wir haben es mit einer völlig neuen Situation zu tun. Auch die Schweinegrippe-Situation 2009 /10 ist überhaupt nicht vergleichbar, da wir zur Schweinegrippe rasch einen Impfstoff haben konnten und es gab Tamiflu, Relenza und mittlerweile weitere Mittel. Das steht uns bei SARS-CoV-2 nicht zur Verfügung. Die Saisonalität von Coronaviren ist zudem unterschiedlich zu der von Influenza. Es gibt Modelrechnungen über Ausbreitung von CoV im Unterschied zu Influenza.

Aus unseren Netzwerk-Daten können wir für die anderen Coronaviren (OC43, NL63, etc) die unterschiedliche Saisonalität bestätigen (natürlich unter Vorbehalt auf die Übertragbarkeit der Daten auf das SARS-CoV-2). Jedoch müssen wir sicherheitshalber mit dem Schlimmeren rechnen, also damit, dass CoV auch in den wärmeren Monaten übertragen wird. Also weiterhin wachsam bleiben.

Wir haben eine Datensammlung für SARS-CoV-2 eingerichtet und zeigen damit nicht nur die Anzahl Positiver, sondern auch die Anzahl der Personen, die getestet werden. Eine solche Info habe ich bislang nicht gesehen und ist doch wichtig, um die Anstrengung zu erkennen die für die Überwachung unserer Situation übernommen werden. Die Aufmerksamkeit gegenüber CoV hat auch den Effekt, dass nun mehr Influenza- und andere respiratorische Virus-Teste durchgeführt werden. Genau das sieht man auch an unseren Zahlen. Sowohl die Temperaturabhängigkeit von Influenza als auch die gestiegene Zahl an Testungen. Es war ein relativ normaler Beginn der Influenza im Dezember, dann aber wahrscheinlich aufgrund der Wärme vergleichsweise weniger Fälle im Januar. Mit erneuter Kälte und erhöhter Nachfrage auf primär CoV erfolgten auch gleichzeitig mehr Anforderungen auf Influenza/RSV.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal die gute Kooperation und die spontane Hilfsbereitschaft von allen erwähnen. Protokolle waren sofort von Christian Drostens Gruppe für alle verfügbar, TIB MolBiol konnte nach den Infos schnell einen Kit zur Verfügung stellen, Albert Heim hat sofort das Protokoll auf dem Panther zur Verfügung gestellt und Lütgehetmann den Assay auf dem 6800. Alle sind in der Laborleitergruppe sehr auskunftsfreudig und wir können uns dadurch sehr gut weiterentwickeln.

Herzlichen Dank dafür und allen wünschen wir gute Nerven (und dass uns die Reagenzien und Verbrauchsmittel nicht ausgehen)

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