Lolli-Testergebnisse in NRW sammeln, ordnen und systematisieren - Kölner Biobanking-Software im Einsatz bei Covid-Projekt

  • 23.06.2021

Seit einigen Wochen laufen in Kölner Kindertagesstätten sowie NRW-weit in Grund- und Förderschulen Projekte mit Lolli-Tests. Über die so genannten Lolli-Tests ist viel berichtet worden, da sie eine einfache und kindgerechte Methode für Covid-Tests darstellen. In beiden Projekten, die bis zu den Sommerferien laufen und die unterschiedliche Projektträger haben, ist neben der Uni Köln auch der Biobanking Spezialist MEDEORA eingebunden und kümmert sich um „die Daten".

Im Schulprojekt werden in NRW die über 730.000 Schüler:innen der knapp 3.800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer Lerngruppe auf das Coronavirus getestet. Dabei geschieht die Testung zunächst gruppenweise („Pooltestung"). Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen. Die Schulen führen die Tests durch und die Proben werden bei insgesamt 12 Großlaboren untersucht. Die Proben gehen unter einer Probennummer anonymisiert an die Labore, so dass das Labor nicht weiß, um welche Personen es sich handelt.

Anwenderfreundliche Datenerfassung

Über eine zentrale Datenbank werden zu den Probennummer Daten erfasst, wie die Klassenstärke an den Tagen war, und welche Klasse jeweils getestet wurde. In einem entsprechenden, anwenderfreundlichen Portal zur Datenerhebung, für das sie Zugangsdaten haben, tragen die Schulen diese Daten eigenständig ein. Dabei steht ihnen der Kölner Biobank- und Laborsoftware-Spezialist MEDEORA betreuend zur Seite. Das gilt auch für die beteiligten Labore, die ihrerseits die Ergebnisse der Testungen unter der jeweiligen Nummer über das Online-Portal einpflegen. Das Portal, das auf der Grundlage der Software „BioARCHIVE" zur Verfügung gestellt wird, fungiert somit als eine Art Datendrehscheibe.

Die Schulen erhalten nur die für sie relevanten Informationen zur Veranlassung von Einzeltests zurück, während der anonymisierte und geordnete Datenbestand des Systems mit Kontextinformationen insgesamt wächst.

„Die Akzeptanz ist hoch, die Schulen sind sehr motiviert und engagiert bei der Sache", freut sich Dr. Norbert Schmeißer, Geschäftsführer MEDEORA. „Dadurch ist gewährleistet, dass wir eine sehr gute Datenlage haben." Mithilfe dieser Daten will die Universität Köln verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen beantworten.

MEDEORA ist technischer Dienstleister für die Datenerhebung und Datenverarbeitung und unterstützt bei der wissenschaftlichen Auswertung der Daten.

Professionelle Datenanalyse

Auf Grundlage der Datenaufbereitung und -Analyse, die bis Ende August erfolgen werden, soll herausgefunden werden, was bei der Bevölkerungsgruppe der Kinder unter 12 Jahre, für die es aktuell ja noch keine Impfung gibt, passiert. Es geht darum, mehr Klarheit zum Infektionsgeschehen zu gewinnen und darüber, wie sich bestimmte Maßnahmen wie Präsenz- und Fernunterricht konkret auswirken.

Auch weitere Daten zu allen Schulen, über die das Bildungsministerium verfügt, können entsprechend gematcht werden, so dass Muster und Abhängigkeiten theoretisch erkennbar sind. Als bevölkerungsreichstes Bundesland und mit rund 3.800 Schulen kann sich aus der Datenlage in NRW ein solides Bild ergeben, das zu einem besseren Verständnis für die Entwicklung des Infektionsgeschehens führt und durch mathematische Modellierungen Erkenntnisse für ganz Deutschland liefern kann. So kann aus dem groß angelegten Projekt und den gesammelten Daten ein größtmöglicher Nutzen gezogen werden.

Effektive Maßnahmen

Zu den möglichen ableitbaren Maßnahmen gehört der Aufbau eines Monitoring-Systems durch ein intelligentes Netz von Überwachungspunkten, mit dem es möglich ist, auch ohne flächendeckende Testungen Veränderungen frühzeitig erkennen zu können. MEDEORA-Geschäftsführer Dr. Norbert Schmeißer plädiert für den Aufbau eines solchen Netzes als Frühwarnsystem für Schulen, das mit vergleichsweise wenig Aufwand einen großen Effekt erzielen könne.

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